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Kitecity Soundtrack

Erlebnisbericht Kitecity El Gouna 12.-26.07.07

Text von: Nina Keuerleber
Event: Kitecity El Gouna Juli 2007

Donnerstag, 12.07.2007, ziemlich genau 9.00 Uhr, Flughafen Stuttgart:
Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet schon zu einem so frühen Zeitpunkt auf Reisebegleiter zu stoßen.

Da ich aber eine Frau bin, Frauen ja grundsätzlich zuerst nach Autofahrten auf die Toilette müssen und auf dem Weg dorthin die Sperrgepäckaufgabe liegt, stolperte ich an diesem Morgen direkt über einen unglaublichen Berg aus voll gepackten Bordbags und Reisetaschen, belagert von drei – sorry erster Eindruck- unverschämt braun gebrannten Typen, wie sich herausstellte Bernd, Dirk und Dennis.

Somit gestaltete sich die Hinreise für mich kurzweilig: als Kitecity- und El Gouna-Neuling brannten mir natürlich Unmengen von Fragen unter den Nägeln und zwischen Taschen rauf auf Gepäckbänder, runter von Gepäckbändern, auf Koffer-Kulis, durch ägyptische Zollkontrollen und auf ägyptische Taxis laden, wurden diese auch mit Engelsgeduld beantwortet.

Noch am selben Abend war dann das erste gemeinsame Treffen und Abendessen mit unsern bis dahin noch ganz harmlos anmutenden Kitelehrern – Claudia, Dirk und Dennis. Vielleicht hätten wir schon stutzig werden sollen, als wir hörten, dass Abmarsch zum Strand am nächsten morgen um 8.00 Uhr - pünktlich- ist (in den nächsten Wochen wurde es auch gerne noch früher), aber noch realisierte keiner von uns, dass wir ja schließlich nicht zum Spaß hier waren und Kitecity kein Ponyhof ist.

Der nächste Morgen empfing uns mit Müdigkeit, ungewohnter Hitze und viel Wind. Nach obligatorischer Kennenlernrunde, Materialaufräumschlacht, gründlicher Einweisung am Kitebeach und Gruppeneinteilung, ging’s dann zügig auf’s Wasser und es wurde immer deutlicher: unsere Kitelehrer mutierten zu ‚drill sergeants’ ohne Gnade….

Sollte irgendjemand Sorge haben, er würde nicht genug auf’s Wasser kommen, ich kann ihn beruhigen. Nach zwei Tagen Vollgas wurden erste Wünsche nach einem Flautentag mit Regen laut, um Sonnenbrand und Muskelkater auszukurieren.
Eine Woche wurden wir verwöhnt mit Wind, Wind, Wind, super Unterricht in kleinen Gruppen mit dem für jeden richtigen Material, Unsere Lehrer - hart, aber gerecht, Spaß bei Seite: unermüdlich, geduldig, nie heißer werdend und immer fröhlich. Lernerfolge bei solch perfekten Trainingsbedingungen – garantiert.

Leider verschonte das Verletzungspech unsere Gruppe nicht, so waren wir nach den ersten Tagen bereits stark dezimiert. Der nächste Schwall windhungriger Kitecitizens reiste zum Glück an und füllte die Lücken. Zeitgleich flog die Erste nach Hause und nahm den Wind mit.

Die nächsten Tage waren bestimmt vom folgenden Ablauf: Warten auf Wind – zunehmender Wind - erster Kite wird aufgebaut – ein einsamer Kiter, der ins Gleiten kommt – plötzlich losbrechender Hektik am Strand– noch mehr Kites, die aufgebaut werden – kurzzeitiger Trubel auf dem Wasser – Wind weg – Rettungsboot im Großeinsatz – frustrierte Kiter am Strand – Alternativprogramm (und auch hier wurde uns wirklich was geboten) – Warten auf Wind – zunehmender Wind - und so weiter und so fort …. Da ich ebenfalls zu den Verletzten gehörte, hatte ich hinreichend Zeit, das Verhalten von Auf-Wind-wartenden-Kitern genau zu analysieren - interessante Spezies.

Summa summarum – hinter mir liegen zwei wunderschöne Wochen mit allem, was dazugehört:

Sonne, Wind, Meer, totaler Entspannung, den Lernerfolgen, die ich mir gewünscht habe, einer Verletzung, für die übrigens niemand etwas kann, die ich mir nicht ganz so gewünscht habe, mit Tracy Chapman, Jack Johnson, Nelly Furtado. Mit gutem Essen und trinkbarem Bier. Mit Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Mit unfreiwilligen Geschlechtsumwandlungen, Western-Stimmung am Kitebeach, mit nicht zu vergessen Tracy Chapman, Jack Johnson, Nelly Furtado. Zwei Wochen, die mich zu der Erkenntnis gebracht haben, dass man in Ägypten wirklich keine Eiswürfel bestellen sollte, Törtchen aber ein absolutes Muss sind. Dass Beduinenlager mit musikalischer Untermalung von Tracy Chapman, Jack Johnson und Nelly Furtado unglaublich bequem sind. Dass Kitelehrer auch Ärzte, Apotheker, Krankenschwestern und Schokotorten-süchtig sind. Dass derselbe Witz zweimal unmittelbar hintereinander erzählt einen beim zweiten Mal noch mehr zum Lachen bringen kann. Dass wir das Wort „DELTA“ nie mehr ohne ein bestimmtes Kreischen im Ohr hören werden und selbst die entspannende Musik von Tracy Chapman, Jack Johnson und Nelly Furtado irgendwann anfängt zu nerven.

Für jeden der noch unsicher, ob er Kitecity buchen soll folgender Ratschlag: LASST ES SEIN – ES MACHT SÜCHTIG !!!

Am Ende fahrt Ihr doch nur todtraurig nach Hause. Eurer Alltag ist danach ausschließlich bestimmt von der Planung und dem Sparen auf Eure nächste Kitecity und dem Organisieren von irgendwelchen Kurztripps durch ganz Europa.

Egal wie: Schön war’s, Spaß hat’s gemacht, ich für meinen Teil bin mit dem Kitesurf-Virus infiziert und suche definitiv nicht nach einem Gegenmittel.

VIELENDANK an Claudia, Dirk, Dennis und die Organisatoren "hinter den Kulissen"!
Bis zum nächsten Mal.

Eure Nina